Die Call-in-Veranstalter…
Dienstag, 12.06.2007 , 17.13geraten weiter unter Druck. Nachdem zwischenzeitlich auch ausländische Medien einen kritischen Blick auf die Praktiken von 9Live werfen, äußerte sich Professor Norbert Schneider, Präsident der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen und Vorsitzender der Gemeinsamen Stelle Programm, Werbung, Medienkompetenz der Landesmedienanstalten, wie schon der Mediendienst DWDL.de berichtete, in einem Interview mit dem Hessischen Rundfunk erneut kritisch über 9Live & Konsorten. Indessen verwahrt sich Professor Schneider weiter gegen Vorwürfe gegen die zuständigen Landesmedienanstalten:
“Wir brauchen wohl doch eine Norm im Rundfunkstaatsvertrag, damit wir den Zuschauer in Einzelfällen besser vor problematischen Methoden der Anbieter schützen können”
Dabei hätten die zuständigen Landesmedienanstalten mehrere wirksame Mittel an der Hand, um gegen dubiose Praktiken der Sender vorzugehen. Eine von mehreren Möglichkeiten wäre ein Vorgehen nach dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag - wir berichteten.
Stattdessen wird seitens Professor Schneiders im Zusammenhang mit 9Live, wie schon gegenüber der ARD-Sendung Plusminus, erneut der Ruf nach der Staatsanwaltschaft, diesmal ergänzend um den Ruf nach den Verbraucherschutzorganisationen, laut:
Norbert Schneider zeigte sich verwundert darüber, dass sich weder Staatsanwälte noch Verbraucherschützer zuletzt in die Diskussion eingemischt hätten. Es sei auch enttäuschend, dass Verfahren in der Vergangenheit ohne Ergebnis eingestellt worden seien.
Auch den Kritikern der Aufsichtspraxis der Landesmedienanstalten tritt Professor Schneider entschieden, gleichwohl ohne Substanz, entgegen:
Kritikern an der Prüfpraxis der Landesmedienanstalten hielt Schneider vor, dass sie sich die Sache entschieden zu einfach machten. Es gehe bei der Prüfung der Spielbarkeit der Spiele und der realen Chancen des Spielers nicht einfach um richtig oder falsch, sondern um höchst komplexe Sachverhalte: „Diese Kritiker setzen wieder einmal auf ein Aufsichtsmodell von Räuber und Gendarm, dessen Unwirksamkeit sich längst erwiesen hat.“
Offenbar hat Herr Professor Schneider da etwas mißverstanden: den Kritikern des Call-in-Formats und der Aufsichtspraxis der Landesmedienanstalten, allen voran dem kritischen Call-in-TV-Forum, geht es lediglich darum, daß die Landesmedienanstalten ihrer Aufsichtspflicht überhaupt nachkommen - und davon war in der Vergangenheit wenig zu spüren. Es sei nur daran erinnert, daß die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) erst kürzlich eingeräumt hat, daß ihr nicht einmal die technischen Mechanismen bekannt seien, nach denen die Sender Anrufer auswählen. Wie will aber eine Kontrollbehörde etwas kontrollieren, von dem sie gar nicht weiß, wie es funktioniert? Die Frage bleibt offen.
Letztlich ist damit festzustellen, daß es sich die Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten weiter zu leicht macht, statt Kritik anzunehmen und umzusetzen. Es würde schon ausreichen, wenn sich die Landesmedienanstalten wenigstens mit einer Nachtwächterrolle anfreunden könnten. Im Sinne der Staatstheorie, nicht im Sinne der bisherigen Schläfrigkeit.
Freitag, 06.07.2007 um 1:42 am
[…] wirklich ernst meinen würden, wie sie nicht müde werden zu betonen, müßte weder Professor Schneider, Präsident der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen und Vorsitzender der Gemeinsamen […]